· Klima Ideensammlung

Übersicht:

1.1 Parkplätze
1.2 Velowege
1.3 Autofreie Tage
1.4 Umstiegsanreize
1.5 Klimaneutrale und resiliente Stadt
1.6 Weitere Ideen zur Stadtentwicklung

1.7 Weitere Ideen zum Veloverkehr

1.8 Weitere Ideen zum Autoverkehr und ÖV

1.1 Parkplätze

Mobilitäthubs und dynamische Parkplatzpreise: Parkplätze versperren Fläche an bester
Lage, die man auch anders nutzen könnte. Permanente Parkplätze werden stark reduziert und
an zentralen Orten in Mobilitäthubs zusammengelegt. Weiter bieten solche Hubs Platz für
Sharing-Angebote wie Leihvelos und Ladestationen für E-Autos. Die verbleibenden Parkplätze
werden dynamisch bepreist und dienen für Zulieferung und für Tür-zu-Tür Sharingangebote. Der
gewonnene Platz kann begrünt werden oder für breitere Velo- sowie Fusswege genutzt werden.

1.2 Velowege

Mutige Versuchskultur in Stadt- und Verkehrsplanung: Die Stadt Basel hat die idealen
Voraussetzungen, um als Velostadt eine Vorreiterrolle einnehmen zu können. Dafür müssen die
Velowege aber sicherer und komfortabler gestaltet werden. Ziel muss sein, das subjektive
Sicherheitsgefühl so zu erhöhen, dass die Menschen gerne und unbesorgt aufs Velo umsteigen
möchten. Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Kanton verstärkt auf eine innovative
Versuchskultur setzen. Mit etlichen kleinen Pilotprojekten kommen Verbesserungen schneller
zustande als mit aufwendigen Gesamtkonzepten. Der Mut zu handeln muss endlich sichtbar
werden.

1.3 Autofreie Tage

Autofreie Gemeinschaftstage: An einem Tag wird ein Teil oder sogar die ganze Stadt für
sämtlichen motorisierten Individualverkehr gesperrt. Die Bevölkerung kann die autofreien
Strassen und Plätze für Spiel und Spass nutzen. Es werden nachhaltige
Verpflegungsmöglichkeiten und attraktive Aktivitäten organisiert. Einerseits gehen
Luftverschmutzung und CO2-Ausstoss zurück, andererseits – noch viel wichtiger – wird die
Vision einer autofreien Stadt erschaffen und die Akzeptanz für klimafreundliche Massnahmen
gefördert.

1.4 Umstiegsanreize

Beim Lebensabschnittwechsel auf öV und Velo umsteigen: Ein klimafreundlicher
Verkehrsektor setzt Menschen voraus, die auf klimafreundliche Verkehrsmittel wechseln. Der
Entscheid, ein Verkehrsmittel zu wechseln, kommt nicht plötzlich, er ist gekoppelt an
Lebensabschnittwechsel, da dann Gewohnheiten überdacht werden. Darum müssen an den
Lebensabschnittwechseln Anreize gesetzt werden, indem die klimafreundlichen Verkehrsmittel
ausprobiert werden können. Beim Abschluss der Ausbildung, beim Zuzug, nach der Geburt des
ersten Kindes oder bei der Pensionierung werden öV-Abos, Leihvelos und andere
Sharingangebote eine Zeit lang gratis zu Verfügung gestellt.

1.5 Klimaneutrale und resiliente Stadt

Die Stadtplanung aufs Klima ausgerichtet: Die Stadtplanung bietet einen grossen Hebel, um
die Ursachen sowie Auswirkungen der Klimakrise abzuschwächen. Deshalb soll ihr oberstes
Kredo lauten: «Ein umweltfreundliches Leben muss einfacher sein als ein umweltschädliches!»
Nach einer Analyse der heutigen Situation soll dieses Motto in allen Bereichen in konkrete Ziele
heruntergebrochen werden. Es braucht keinen neuen Nachhaltigkeitsbereich, der
Nachhaltigkeitsaspekt muss die Grundlage der Stadtplanung bilden. Nur mit dieser mutigen
Neuausrichtung hin zur Klimaverträglichkeit kann die Stadtplanung ihre Verantwortung
vollumfänglich wahrnehmen.

1.6 Weitere Ideen zur Stadtentwicklung:

1.6.1 Flächen für Urban Gardening
Ein grosses Bedürfnis ist öffentlicher Raum, welcher zum gemeinsamen Anbau von Obst,
Gemüse und Kräutern genutzt werden kann. Die Stadt kann diese bereitstellen, indem sie
Rabatten aufhebt und zu nutzbaren Anbauflächen umwandelt. Die Stadtgärtnerei könnte so in
Zusammenarbeit mit Gruppen der Bevölkerung lokale Lebensmittel herstellen und zu einer
Aufwertung des öffentlichen Raumes beitragen.

1.6.2 Stadtplanung gegen Hitzestress
Weniger versiegelte Flächen hilft bei Starkregen, mehr Bäume helfen gegen Hitzekopplung der
Hausfassaden und um allgemein die Temperatur zu reduzieren, sollen Lüftungsachsen (wie z.B.
heute schon der Zoo Basel) in die Stadtplanung integriert werden. Ein positiver Nebeneffekt ist
eine verbesserte Biodiversität.


1.6.3 Analyse Basel 10/15-Minuten-Stadt
Der Kanton Basel-Stadt soll analysieren, inwiefern das Konzept einer 10/15-Minuten-Stadt
schon umgesetzt ist. An Orten, wo dies nicht der Fall ist, soll ein Massnahmenplan sowie ein
Monitoring entstehen.

1.6.4 Grüneres Basel
Wo überall möglich werden kleine Orte nach und nach begrünt (Tramhaltestellen,
Strassenränder, Plätze). Dies kann nach dem Prinzip des Tactical Urbanism gemacht werden.
Es werden vermehrt kleine Pop-Up Grünräume geschaffen und ausprobiert, wie diese das
öffentliche Leben verändert. Der Kanton sensibilisiert und unterstützt zudem bei der Begrünung
und Umgestaltung von Privatgrundstück.

Weitere Ideen zum Veloverkehr

1.7.1 Vermehrt autofreie Strassen bzw. Velowege
Viele Menschen entscheiden sich dazu, nicht das Velo zu nehmen, weil sie sich auf von Autos
vielbefahrenen Strassen nicht sicher fühlen. Ein stadtweiter Ausbau der Velowege bzw.
Reduktion des Autoverkehrs auf vielbefahrenen Strassen bauen eine wichtige Hürde ab, das
Velo zu nehmen.

1.7.2 Veloverkehr ins Zentrum attraktiver gestalten
Viele Velorouten führen schnell und ohne grosse Unterbrüche von A nach B. Dies ist nicht der
Fall, wenn die Ringstrassen überquert werden müssen. Hier sollen neue Unter- oder
Überführungen gebaut werden, die die Fahrt ins Zentrum und zurück verschnellern und flüssiger
gestalten. Vom Aeschenplatz zur Schifflände gibt es zum Beispiel zur Zeit keine vernünftige,
legale Veloroute.

1.7.3 Digitale Velo-Navigation
Das Velonetz von Basel wird als App bzw. noch besser als Layer auf Google Maps o.ä zur
Verfügung gestellt. Die jetzige Form, analog und online nur im Grundbuch abrufbar, ist nicht
mehr zeitgemäss und schlecht zugänglich. Mit einer digitalen Velonavigation können gute
Routen geplant werden und müssen nicht auf Trial-and-error ausprobiert werden. Auch bietet
diese Velokarte unterwegs eine grosse Orientierungshilfe und erhöht das Sicherheitsempfinden,
wenn man mit dem Velo unterwegs ist.

1.8 Weitere Ideen zum Autoverkehr und ÖV

1.8.1 Autofreies Basel ausarbeiten
Ein autofreies Basel wurde in unsere Sammlung sehr häufig genannt, das Bedürfnis scheint
gross zu sein. Der Kanton soll daher analysieren, inwiefern und mit welchen Ausnahmen dies
möglich ist. Welche Vorteile hätte eine autofreie Stadt? Wo sind die grössten Knackpunkte, die
eine Umsetzung verhindern? Wie können wir die Vorteile einer autofreien Stadt erreichen, ohne
Basel komplett autofrei zu gestalten, falls dies nicht möglich ist? Hier muss ein ernsthafter
Diskurs anfangen.


1.8.2 Ausbau des öffentlichen Verkehrs
Konkret besteht der Wunsch nach dem Bau der Tramlinie 30 und anderen zusätzlichen
Haltestellen, welche die Attraktivität des öVs steigern würden.


1.8.3 Umsteigemöglichkeiten auf kantonalen ÖV und klimafreundlichen Verkehr
verbessern

An den Kantonsgrenzen sollen die Umsteigemöglichkeiten von Auto auf öV und Velo verbessert
werden (z.B. Park and ride). Auch muss der öV und Schnell-Velorouten, welche aus anderen
Kantonen nach Basel führen, stärker gefördert werden. Ein mögliches Ziel für den Kanton
Basel-Stadt wäre, zusammen mit dem Kanton Baselland 50 km neue, separierte Velorouten von
der Region in die Stadt zu bauen.


1.8.4 Verkleinerung der Parkplätze
Um dem Trend immer grösser werdender Privatfahrzeuge (z.B. SUV) entgegenzuwirken, sollen
Parkplätze so verkleinert werden, dass nur noch schmalere Fahrzeuge darauf Platz finden. Die
verbleibenden grossen Abstellmöglichkeiten werden so verknappt und der Alltag mit einem
grossen Fahrzeug erschwert, was zu einer Rücknahme derselben führen kann.
Gewerbeparkplätze sollen davon ausgenommen werden.


1.8.5 Tempolimit heruntersetzen
Eine weitere Verschärfung des Tempolimits hat positive Auswirkungen auf den CO2-Ausstoss
sowie die Feinstaubbelastung und setzt Anreize, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.


1.8.6 Pendlerabzug streichen
Um den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr oder das Velo zu erleichtern, sollen Steuerabzüge
für fossilen Individualverkehr ganz gestrichen und für emissionsfreien motorisierten
Individualverkehr reduziert werden. Dieses Geld soll teils rückvergütet werden und teils der
Mobilitätswende zugute kommen.


1.8.7 Änderung der Besteuerung der Autos
Momentan werden Autos auf Leergewicht und CO2-Austoss besteuert. Diese Faktoren sollen
ergänzt werden durch Hubraum und Fläche des Autos. So wird die Grösse differenzierter
berücksichtigt. Der CO2-Ausstoss soll dabei aber die grösste Gewichtung haben. Auch soll die
Besteuerung viel steiler gestaltet werden. Autos über einem festgelegten CO2-Ausstoss pro
Kilometer müssen bei der Registrierung einen zusätzliche signifikante Klimaabgabe bezahlen,
die in den klimafreundlichen Umbau des Verkehrs fliesst.


1.8.8 Nahe Arbeitswege fördern
Pendeln und Autos verursachen eine hohe Verkehrsbelastung in den Städten und Quartieren
und produziert Staus. Durch eine Verschiebung der Wohnorte zu den Arbeitsplätzen werden
Arbeitswege verkürzt und Pendlerströme minimiert.


1.8.9 Carpooling und Förderprogramm für Elektromobilität
Der Kanton sollte Programme für Carpooling, Carsharing, Bikesharing und andere innovative
Nutzungsformen fördern, sodass Fahrgemeinschaften leichter gebildet werden können. Damit
eine entscheidende Menge auf Elektromobilität umsteigt, muss diese gefördert werden und
gegenüber dem fossil betriebenen Verkehr möglichst attraktiv werden, z.B. indem die
Lademöglichkeiten ausgebaut werden. Dies sollte allerdings nicht zulasten des öffentlichen
Verkehrs oder des Velos passieren.


1.8.10 Zulassungsscheine für E-Trottis annullieren
Elektro-Scooter wirken nur auf den ersten Blick wie eine umweltfreundliche Alternative. E-Trottis
sind extrem kurzlebig, folglich alles andere als ressourcenschonend, ausserdem müssen sie
laufend mit Lieferwagen an geeignete Ausgangspunkte transportiert werden. Die
Zulassungsscheine legitimieren die Existenz dieser Verkehrsteilnehmer und suggerieren so
Nachfrage.

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